Mundart

Bürgeln - Als Heimatort betrachtet

Beispiele für Mundart

Beispiele für Mundart, Tracht und Tradition des Dorfes Bürgeln 

Während der Gespräche mit Herrn Heinrich Heimrich (dem Verfasser unserer großen Chronik) konnte die Initiativgruppe auch erfahren, dass ein kleines Bändchen über die Tracht, die Sitten, resp. Traditionen und die Mundart von Bürgeln existiert sowie einige Anmerkungen und Beispiele für Sitten und Gebräuche in unserem Dorf. Auch hier gab uns Herr Heimrich die Erlaubnis, die Inhalte des Büchleins – wie schon seine hervorragende Chronik über unser Dorf – ins Netz zu stellen! Heimrich gab an, dass Vieles von Hein Schneider zusammengestellt worden sei. Da Uli Rodenhausen ein Exemplar besitzt, war es für mich einfach, schnell an dieses Werk heran zu kommen, es zu überarbeiten und – in etwas gekürzter Fassung – auf diesem Weg zu veröffentlichen.

 Bürgeln, im Oktober 2011

Frieder Reichel

Allgemeine Hinweise

Allgemeine Hinweise

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzte in ganz Deutschland, bes. in der damaligen BRD, eine öffentliche Diskussion ein um Begriffe wie „Heimat“, „Regionale Identität“, „Regionalkultur“ sowie „Tradition“ und „Zukunft“. Ich selbst bin in 1950 geboren und wurde somit Zeuge dieser Diskussionen in unserem Dorf; es wurden Fragen gestellt wie: „Wer waren wir?“ – „Wer sind wir?“ – „Wo wollen wir hin?“ Eine zentrale Frage dabei war auch folgende: „Was ist bewahrenswert und sollte in die Zukunft mitgenommen werden?“ Logisch traf dies auch Bereiche wie die der Tracht (besonders die der Frauen), der Mundart (in unserem Fall das „Bürgelner Platt), der Sitten und Gebräuche ( bes. die der Feste, der Familienfeiern und die der bäuerlichen Arbeitswelt). Auf den nachstehenden Seiten wird einiges Bewahrenswertes dargestellt, jedoch versteht sich dieses Kapitel keineswegs als abgeschlossen, sondern eher als Einstieg. Wir von der Initiativgruppe würden uns sehr freuen, wenn uns zusätzliche, ergänzende Beiträge aus unserem Dorf zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt würden; gerne auch Anekdoten und Bilddokumente.
Einiges Material findet sich ja schon in den beiden „Bürgelner Dorfchroniken (Heinrich Heimrich bzw.Heinrich Seibel)! Zur Mundart (in unserem Fall dem „Bürgelner Platt”) ist zu sagen, dass sie früher – aber in manchen Situationen durchaus auch heute noch – das Zusammenleben, das störungsfreie Kommunizieren und damit die Identifizierung mit dem Heimatdorf förderte bzw. fördert. Glücklicherweise erleben wir noch täglich die Anwendung der Mundart bei einigen Mitbürgern; leider ist die Tendenz jedoch abnehmend und die Sprache stellt sich immer mehr dar als Gemisch zwischen Einheitssprache, Umgangssprache, Soziolekt und Anglizismen. Es lohnt sich also, die nachstehenden Textpassagen genau zu studieren, sich an ihnen zu erfreuen und auch dabei zu beachten, dass unser „Bürgelner Platt“ einmalig ist, denn die Mundarten
sind in ihrer Lautung deutlich – auch auf engstem Raum – voneinander zu unterscheiden. So finden sich beispielsweise schon Unterschiede zu Nachbarorten wie Betziesdorf und/oder Schönstadt. Beispiel. Bürgeln: „Aich gieh nooch heem“ (Ich geh` nach Hause) – Betziesdorf: „Aich gieh nooch hiam.“

Guggt ouch innse Birjeler Platt allewei mol genau oah!

Viel Schbass beim Lääse!

 Auer
Frieder Reichel (Buere Friedrich)

Bürgelner Platt (Teil 1)

Deutsch Platt Deutsch Platt
Ab oab Bank Baank
aber äewwer barfuß boarweass
Abend Oowed Bart Boart
Abort (Toilette) Obtrett Bauch Bouch
acht oacht Baum Boam
Acker Aicker bedeuten bedäire
allein allee Beere Bäern
alleweil ewei behandeln behaanealn
alt aahlt beieinander beienee
am omm… / de … beide beere
an oa Beine Bee
anderen ahnern beißen bäiße
anders annersch bellen gouze
Anfang Oafang bekommen kriche
angetan oagedoah beneiden beneire
anziehen oaziehe beraten beroore
Apfel Abbel bereit bereed
Arbeit Oarweid besonders besonnersch
arg oarg bestehen bestieh
Ärger Arjer besuchen besiche
arm oarm beten bäere
Art Oart betrachten bedroachte
Atem Oohrem betreten beträere
auch ooch betrügen bedriche
Aufenthalt Offendhaald betrunken bedronke
aufräumen offramme bewundern bewonnern
aufreißen offraiße Bienen Bie
auf dem … offem Bild Beld
Auge Ooche binden benne
Augenblick Oochebläeck bis bess
auseinander ausenee bisschen bessche
Bäcker Baecker bitter bäerrer
baden boare blasen bloose
Bahn Boah Blatt Bload
bald baale Blumen Blomme
Balthasar Baalser blühen bliehe
Boden Burre /Bieh
Bohnen Bunn
Bonbons Zockerstee drüber rewwer
böse bies drücken dregge
brachte broocht drunter drinner
braten broore Duft Doft
brechen breache dulden dolde
breit breed dunkel donkeal
Bretter Bräerrer dürr dinn / dorr
Brot Brud durcheinander derrwäeschd
Brötchen Weack dürfen derfe
Brücke Breacke Durst Doschd
Brühe Brieh eben äewwe
Bruder Bruhrer Eber Watz
Brunnen Born Ecke Äicke
Bücher Bicher egal egoal
bücken begge eher icher
Bündel Bennel Eier Ajer
Bursche Boesch Eifer Äifer
Bürste Buoschde eigene eechene
Butter Bodder Eimer Eemer
da doo ein eeh… / eann …
Dachboden Leewe eine eeh
dachte doocht einem emm
dafür defier einer enner
dagegen dohgee einfach ehfach
daheim deheem einander ennahner
dahinter dohinner einbilden ennbean
damals domols einerlei ennerlei
das doas / deass einzig eenzig
davon devoa einigermaßen ehnigermoaße
Daumen Damme einmal eehmool
dazwischen dozwesche eins eeh / eehs
Decke Daicke einsam allee
dein dei einst eenst / frieher
denn dean einzeln eenzeln
der derr / d`r Eisenbahn Eisboah
dich daich Elisabeth Ellsewitt / Lisbett
dick degg Eltern Äellern
die de Ende Enn
Dienstag Densdoag entzwei gabutt
dieser desser Erbsen Aerwess
diesem dessem Erde Eare
Dorf Derf erlauben erloowe
dort dooh erste eschde
Dorothea Doarde / Doardche erstens eschdens
drauf droff er hää
dran droah es eas
draußen drouße essen äesse
Dreck Dräick etwas eehwoass
drin dreann euch/eue ouch/auer
Faden Foarre Garten Goarde
Fahne Foahne Gärtchen Gaedche
fahren foahn Gebäude Gebäire
Fahrzeug Foahrzäich geben/gab gäewwe/gobb
fallen fann Gebet Gebäed
Falte Fahle geblieben gebleawwe
fanden fanne geborgen geboarje
Farbe Foarwe Gebrüder Gebrierer
Fassnacht Foasenoacht gegenseitig gejeseirich
Federn Fäerrern gegessen gäesse
fehlen fäehn gehen/geht gieh/gitt
Feld Feald gehörte gehorr
Ferkel Firkel/Butzche Geländer Gelenner
fertig faddich geladen geloare
Feuer Fäier gelaufen geloofe
finden fenne gelb gäel
Finger Fenger Geld Geald
Fisch Fesch Gelegenheit Gelejeheet
Flachs Floas gemacht gemoacht
Flecken Flaicke Gemeinde Gemeeh
Fleisch Fleesch gemessen gemäesse
flicken flecke genug genung /s`scheggt
Flur Äehrn genießen genisse
Fohlen Fell gerade groare
fragen/Frage freeje/Frooche geraten geroore
Frau Fraa gern gäenn
Freitag Fräidoag Gerste Gäeschde
fressen fräesse gesagt gesaahd
Frieden Friere geschieden gescheere
froh fruh geschrieben geschräewwe
Frosch/Frösche Froosch/Freesch Geschwister Geschwesder
früh frieh Gesinde Gesinn
Frucht Fricht gestern gäestern
für fier gestellt gestaalt
für das fiersch gesund gesond
Füße Fiss getan gedooh
fünfzig foffzich Getreide Gedreire
Futter Furrer gewesen gewäest
(Vieh-)Futterhaus Seddehaus gewiss geweass
füttern furrearn Gewissen Gewesse
Gabel Goawweal Gewitter Gewerrer
gab gobb Giebel Giwwel
Gaben Goawe gießen gisse
Gang Gaang Gift Geft
Gans/Gänse/Ganter Gaans/Genns/Gonder glatt gload
Garben Goarwe Glaube Gloowe
Garn Goarn gnädig gnäerich
gar goar gönnen gonn
gar nicht goarnett graben groawe
garstig goarschdich Gras Groas
grau grooh
groß gruus Honig Hink
grün grieh hören hearn
gut / gute gutt / gurre hört / ge- hirt / gehott
Haar / Haare Hour / Huern hübsch hebsch
haben hunn Hüfte Heft / Hefte
Hafer Hoawwer Hügel Hiechel
Hagel Hoachel Huhn Hinkel
Hahn Hooh Hülle Hell
halten haan Hund Hond
Hammer Hoamer hundert honnerd
Hand / Hände Haand / Henn Hunger Honger
hängen henge husten hussde
handvoll haaweal hüpfen hebbe
hart hoatt Hut Huhd
Hase Hoas hüten hiere
hast du… hosde Hütte Hette
hat hott Ich Aich
hat er… hoarre ihrer äehre
hatten harre im eamm
hätten häerre imstande eammstaahne
heben heawwe in eann
Hecke Haicke in ihrem ean äehrem
Heidelbeeren Schwoazze Bäern instand eannstaand
Heimweh Heemwieh inwendig eannwennich
helfen healfe irgend (etwas) iehweas
hell heall irre äerr
Hemd Hemb ja joah
herab robb Jagd Jochd
herauf roff Jäger Jaijer
Herbst Harbst Jahr Juohr
herunter ronner Jakob Joakobb
Heu Haa Jauche Sudder
heute haure jedem jeream
Hiebe Hiwwe jetzt etz
hier hie Johannes Hannes
hin hean jung jong
hinab nobb
hinaus naus
hinein neann
hinten heanne kahl koahl
hinter hinner Kalender Kalenner
hinüber rewwer kalt kahld
hinunter nonner kam koam
Hitze Hetz kämpfen kempfe
hoch huug kann man es … kann mersch …
höchst hiegst Kante Kahnde
Hof Hoob Karfreitag Goarfräidoag
holen hoenn / lange Karre Karn
Holzstück Schiwwer Karte Koarte
Kartoffel Gedoffean kümmern kimmern
Kater Koarrer kurz koarz
Kauf Koof kürzen kearze / kiarze
kaufen keefe küssen kisse
kein kee Kutsche Kutsch / Scheese
kennen kenn Laden Loare
Kerl Kealle lag logg
Kette Käerre Lage Loache
Kind Keand lahm loahm
Kinder Kenn / Kenner Land Laand
Kirsche Käersche lang laang
Kissen Kesse lassen lesse
Kittel Kerrel Laub Loob
kitzeln käetzeln Lauf Loof
Klage Kloache laut laure
klar kloar läuten läire
Klee Klie Leben Läewe
Kleidung Kleerung Leber Läewwer
klein klee / hieer lecken laecke
kleckern druddin Leder Learrer
Klinge Kleange ledig leerich
klopfen klobbe leer learch
Klöße Klies leicht läecht
Knecht Knaicht Leid Leed
kneten knäere leider leirer
Knopf Knobb leiden leire
Knoten Knoore Leiter Ledder
knüpfen knebbe lenken leanke
Knüppel Knebbel lesen läese
Kohlen Koenn Leute Läire
Konrad Konrood / Korrod lieben liewe
Kopf / Köpfe Kobb / Kebb liefern lewwern
Korb / Körbe Koarb / Kirwe Linde Lenne
Korn Konn lindern lennern
Körper Körwer links leanks
Kragen Kroache loben loowe
krank kraank Lohn Luh
Kranz Kraanz Los Luos
Kreide Kreire lügen liche
Kreis Krees machte moacht
Krieg Krigg Mädchen, die Mahrercher
kriegen kriche Magd Maehd
kriegst du … kräisde Magen Moache
Krug Krugg mag es moags
krumm kromm mähen miehe
Kruste Kroaste mal moohl
Krüstchen Krestche mahlen moahn
Küche Kech malen moohn
Kugel Kocheal
Kuh / Kühe Kuh / Kieh
Kunst Konst
man es mesch, kann mesch Mund Maul
Männer Menner Mundart Mondoart / Platt
Mantel Maandel munter monder
Margarete Moargritt mürbe mirrwe
Mark Moark müssen misse
Markt Maad Muster Mossder
März Marz Mütze Metze
Meerrettich March Mutter Modder
Mehl Mähl Nabel Noawel
mehr mie nach / nachdem nooch / noochm
meiden meire Nachbar Nochber
mein / -em mei / meim Nachmittag Onnern
Meister Meesder Nachricht Noochricht
melden mäenn nächste näegsde
Messer Maesser Nacht Noacht
Metzger Mäitzger Nachteil Noochdeel
mich maich nackt nackich
Miete Miere Nadel Noalle
Milch Melch Nagel Naail
mild mell nahe / Nähe nooh / Neeh
mindest mendest Name Noame
misslingen messlenge Naht / nähen Noohd / niehe
Mist Mäest Napf Napp
mir meer Narbe Noarwe
mit mett Narr Noarr
mit einem merrem Nase Noase
miteinander meddenahner Nebel Niwwel
Mitleid Metleed neben an neawe oh
Mittag Meddoag neben dem neaweam
Mitte Mäette nehmen nomme
mitteilen metdeen nein nee
Mittel Merrel Nest Näest
mitten meatte Netz Näetz
Mitternacht Mäeddernoacht neu nau
mitunter metonner Neuheit Nauheet
Mittwoch Mettwoch neun näi
Möbel Möewell nicht nett
Mode Moore nicht einmal nerremohl
möge es moags nichts naut
möglich mieglich nieder nerrer
Möhren Miehrn niemand nimmäad
Mond Muund Nikolaus Näeckels
Montag Muundoag Not Nuud
morgen morje / monn nötig nierich
Mücke Mecke Nudeln Nuhräeln
müde miere nun nuh
Mühe Mieh Nutzen Notze
Mühle Meehl nützlich nitzlich
Mulde Molde
Mülleimer Melleemer
Müller Meller
ob es … oabs Raum Roum
oben oowe räumen ramme
Obst Uobst rechnen raechern
Obstboden Uobstburre Recht Raicht
oder orrer Rede Reere
Ofen Oowe regnen raahn
öfter öftersch Reh Rieh
ohne uhne reich raich
Opfer Opper reif / -en räif / reefe
Orgel Oerjel reimen reeme
Ostern Ustern rein ree
Paar Poar Reise, reisen Rees / reese
Pacht Poacht Reißig /-bündel Reißer / Weann
Papier Babeijer reiten reire
Pate / Patin Petter / Goode reißen robbe
Pech Baich riechen riche
Peitsche Gessel Riemen Rimme
Pfad Foad Rippe Reppe
Pfahl Pool Roggen Korn
Pfanne Pann roh ruh
Pfarrer Porrer rot / -e … ruhd / ruhre …
Pfeffer Fäeffer Rübe Riewe
Pfeife Päife Rücken Regge
Pferd / -e Gaul / Gäil rufen / rief ruffe / riff
Pfingsten Piesde rühmen riehme
pflücken plecke runter ronner / noab
Pflug Plugg Runzel Ronzeal
pflügen pfliche rupfen robbe
Pfosten Poste rüsten reaste
Pfund Pond rutschen retsche
Pickel Peckel rütteln rerrealn
pinkeln seeche Saal Soal
Plage Ploage Saat Soot
plündern plinnern Säbel Säeweall
prahlen proahn säen siehe
Pumpe Bompe sagen / sagte saa / saad
Puppe Boppe sägen seeche
Putz Botz sah es soag’s
Rabe Roawe Salat Seload
Rad Road Salbe Salwe
Rahmen Roahme Salz Saalz
rar roar Samen Soame
Rat / raten Root / roore sammeln sommealn
Rauch Rooch Sänger Senger
rauf / hinauf roff / noff Sarg Soarg / Soarch
raufen klobbe satt soad
sauber sauwer
saufen soufe
saugen souche Schnupfen Schnobbe
schade schoare Schokolade Schockeload
Schaf Schoof schon schunn
Schäfer Scheaffer schön schie
schaffen schuffde schonen schuun
Schale (Apfel-) Schoall Schoß Schuuß
Schande Schann schräg schreech
Schar Schoar Schraube Schrouwe
scharf schoarb Schrecken Schräicke
Schatten Schwoare schreiben schreiwe
Schaufel Schoufel schreien kräische / goage
Schaukel Schoukel Schrift Schreft
Schaum Schoum schrill schräell
Schein Schei Schritt Schrett
Scheitel Scheerel Schuld Schold
schelten scheann Schulter Scholler
schenken scheanke schrumpfen schrombe
Scheune Schäier Schürze Schourze
Schicksal Schecksoal Schüssel Schessel
schief scheabb schütten schearre
Schiff Scheaff Schwarte Schwoarte
schimpfen schembe schwarz schwoarz
Schinken Schenke schwatzen schwäetze
Schippe Schebbe Schwein / Mutter- Sau / Mogge
Schlaf Schloof schwer schwier
schlagen schloa Schwester Schwäester
Schlauch Schlouch schwimmen schwemme
schlecht schlaecht schwinden schwenne
schleichen schläiche schwitzen schweatze
Schleuse Schläise Schwung Schwong
schlimm schlemm sechs saigs
Schlinge Schlenge Segen Seeje
Schlitten Schlurre sehen / sah sehe / soah
Schlüssel Schlessel Seibert Seiwert
Schmach Schmoach Seide Seire
schmal schmoal Seife Seef
schmecken schmaicke Seil Seel
schmeißen schmäiße sein sei
schmelzen schmealze Seite Seire
Schmied (-e) Schmedd / -e selbst sealbst
schmieren schmäern selten sealle
schmücken schmecke sich saich
Schmutz Schmotz Sichel Sechel
Schnabel Schnoaweal sie se / däe
schnarchen schnoarche Sieb Sibb
Schnecke Schnaicke sieben sewwe
Schnee Schnie sieden siere
schnell schneall sieht säihd
Schnitt Schnett Signal Signoal
Schnitzel Schneatzel Silber Selwer
schnitzen schnäetze singen seange
sinken senke Strümpfe Schdrimb
Sinn Seann Stube Schdowwe
Sitte Serre Stübchen Schdebche
sitzen setze Stück Schdeck
soeben soäwwe Stunde Schdonn
sollen solln / sinn suchen siche
sondern sonnern Süden Siere
Sonnabend Sonnewäed Suppe Sopp
Sonntag Sonndoag süß siss
sonst sosst Tabak Duwwock
Sorte Sotte Tafel Doofel
so was sowoas Tag Doag
sozusagen sozesaah Tal Doal
spät spiere Tanz Daanz
Speck Speack Tasche Däesche
Spiegel Spichel Taschentuch Schnubbduch
spielen spilln / spinn Tasse Dasse / Käppche
spielten spullte tat / taten doad / doare
Spinat Spinoat taub doob
spitz späetz Taube Douwe
Sprache Sprooch tauchen dooche
sprechen spreache Taufe Doof
Spritze Spretze taugen douche
springen sprenge Taugenichts Dalles
spüren spiern Tausch Dousch
spülen spieln Teich Daech
Stadt Schdoad Teig Deeg
standen schdaahne Teil Deel
statt schtott Teufel Däiweal
Staub Schdoob tief diff
stecken Schdäecke Tinte Dende
stehen / steht schdieh / schditt Tisch Desch
steif schdäif Tod Duud
Stein Schdee Topf / Tontopf Dopp/Debbe/Boar
Stecken / Stock Schdäecke/Schdaicke Torte Dotte
Stephan Schdeaffe Tracht Droacht
sterben schdäerwe tragen / trug drah / drugg
Stich Schdäech Traube Drouwe
Stiefel Schdiwwel träumen dreeme
still schdeall treiben dreiwe
Stirn Schdearn treffen träeffe
Störche Schdirch treten träre
Straße Schdrooße treu träi
streben schdreewe trinken treanke
Strecke Schdräecke/Schdraicke Tritt Trett
streifen schdreefe trocken troggean
streuen schdraawe trocknen dreggin
Strick Schdreck Tropfen Droppe
stricken schdregge Trost Druhsd
Stroh Schdruh
Strumpf Schdromb
trösten driesde unverschämt onverschaamd
trübe driewe üppig ippich
Truhe Loare Urlaub Orloob
Trümmer Trimmer Vase Woase
Trumpf Dromp Vater Voadder
Tuch Duch verachten veroachde
tüchtig dichtich verändern verennern
tun / tu es du / du’s verbiegen verbeeje
tunken donge Verbrauch Verbrouch
Tür Dier Verdacht Verdoacht
Tüte Dodde vergessen vergäesse
Tütchen Detche vergeht vergitt
Übel Eawwel vergnügen vergnieche
üben iewe verhandeln verhaanealn
über ewwer Verlauf Verloof
überall ewwerall verlieren verliern
über das ewwersch verloren verluarn
übereinander ewwernahner vermieten vermiere
Überfluss Ewwerfluss vermuten vermuhre
übergeben ewwergäewwe verpachten verpoachte
überhaupt ewwerhept verraten verroare
überstanden ewwerstahne verreisen verreese
überwunden ewwerwenne verrückt verreckt
üblich iblich verschieden verschiere
übrig ewwerich versprechen verspräeche
Uhr Auer verstauchen verstouche
um im vertauschen verdousche
Umgang Imgaang verstehen verstieh
umgeben imgäewe vertreiben verdreiwe
umgehen imgieh vertreten verdräere
umgebunden imgebonne Vetter Vedder
umher imher vielleicht villaicht
Umkreis Imkrees Viertel Veartel
Umweg Imweg Vogel Vochel
und ean Vögel Vichel
ungebunden ongebonne von vo
ungewiss ongeweas voran viero
Unglück Ongleck vor dem vier’m
Unheil Onheel vorher vierher
uns / unser ins / inser Vormittag Viermiddoag
unserem insearm vorn voenn
Unsinn Onsenn / Kappes Waage Wooche
unten onne Wache Woacht
unter dem innerm Wachs Woachs
unter inner wachsen woasse
unterhalten innerhaan Wade Woare
Untertasse Innerdasse
unterwegs innerwegs
wagen wooche Wirsing Wirsching
Wagen Waa wissen / wusste wesse / wossde
Wahl Woahl Witwe Weddwe
wahr wuhr wo buh / wuh
Wald Waald wohnen wuhn
Wand / Wände Waand / Wenn wollen winn
Wandel Wahnel womit buhmett / wuhmett
war / war es… woar / woarsch woran buhdroah/wuhdroah
waren woenn Worte Wotte
Ware Woar worüber buhrewwer / wuh –
warm woarm wovon buhvo / wuhvo
warten woarte Wunder Wonner
warum werimm wünschen Winsche
was woass Wurst Woarschd
waschen wäesche Zahl Zoahl
weben wäewe zahm zoahm
wecken waicke Zahn Zoah
weder werrer zanken zeanke
weh tun wieh du zart zoart
Weibsleute Waisläire zehn zeh
weich weech / mell Zeichen Zeeche
Weide Weere Zeiten Zeire
Weihnachten Chräesdoag Zeitung Zeirung
Wein Wei „Die OP“ Die „Owerhess“
weinen flenn Zettel Zerrel
weiß wäis Zeug Zäich
weite / bei… -m weire / bei weirem Ziffer Zeffer
weiter wäirer Ziegel Zichel
Weizen Wees Zigarre Zigoarr
wenig wink ziehen/zog/zogen ziehe/zugg/zooche
wenn wann Zimmer Zemmer
werden / werdet… wearn / weard Zipfelmütze Gloackebeatzel
Wetter Wäerrer zittern zirrern
wichtig wischdich Zöpfe Zeapp
wickeln weckealn zu ze
wider werrer zusammen zesomme
widmen wedme zuerst de-erscht
wieder werrer Zug Zugg
wiederholen werrerhonn zuhause deheem
Wiegand Waijerd Zunge/„Leckbrett“ Zonge/Leackbräed
wiegen waije zurück zereck
Wiese Wesse zwar zwoar
wild well zwei (m, w, s ) zwu / zwa / zwie
Wille Welle zweite zwuhde
Wind Wend Zweifel Zwäifel
winken weanke zwischen zwesche
Winter Wender zwölf zwäelf
wir mier / merr … … faddich (fertig)!!
Wirbel Wirrweal
wirr wearr
Wirtschaft Weartschoft

Bürgelner Platt (Teil 2)

Schimpfwörter auf Bürgelner Platt

a) An Männer und Jungen gerichtet:

Aff – Banditt – Biest – Betricher – Bloasekopp – Boolscher Hannes – Dalles – Doachedieb – Dommkopp – Dreacksack – Dreacksau – Dreckeberjer – Duckmäuser – Dabbes – Eangebelder Binsel – Feichling – Flasche – Gauner – Geizkroache – Gewerrermoache – Gewerreroos – Gewerrerhond – Gewerrerjong – Grieskrämer – Gruusmaul – Gruusoarsch – Halonke – Hannebambel – Hannkasper – Hanswoarschd – Halsobschneirer – Hetzkopp – Hohlkopp – Hornochs – Honneschnauze – Hoseschisser – Idiot – Kaffer – Kanalje – Kängeruh – Kanickel –Keanskopp – Knallkopp – Kuhjong – Klooweas – Lackaff – Lomp – Luder – Lufdeguss – Lulatsch – Miesepeter – Mäestvieh – Missgeburt – Nautnotz – Noachtwäichter – Oarmer Limmber – Oarmläichter – Offschneirer – Päife – Pless – Plesskopp – Proalhans – Quatschkopp – Rendvieh – Riesenross – Rinnozerus – Rotzjong – Rotznoase – Roufbold – Rülbes – Schlawiner – Schinner – Schinnoas – Schlamber – Schloafbäetzel – Schreihals – Soffkopp – Spinner – Schoude – Schweinehond –Sauhond – Saubauer – Staches – Stoffel – Stusskopp – Trambeldier – Unnfload – Wallross – Wasserkopp – Wendhond – Windiguss – Zenker!

b) An Frauen und Mädchen gerichtet:
Aale Glucke – Aale Hutzel – Aale Dormel – Aale Schrulle – Aaler Drache – Aales Hinkel – Aales Kamel – Aales Krestche – Aales Firkel – Angsthoas – Babbelmaul – Däewel – Draansuse – Draanfunzel – Domme Gaans – Dommes Schoof – Flidche – Gewerrermensch – Klatschmaul – Klatschweib – Kratzboarschde – Lombemensch – Mäeststeck – Schlabbmaul – Schäisel (auch: aale Schäisel) – Skandalnourel – Speatznoase – Schickse – Schlampe – Troddel – Zenkesche!

Hinweis: Manche Wörter und Begriffe gelten für beide Geschlechter!

c) Flüche und deftige Beleidigungen. Hier eine kleine Auswahl:

Gewäesser noch ehmool, less mir mei Ruh.
Gewerrer noch ehmool, kannste daich net zesommeräisse?
Donnerkeil noch ehmool, retsch mer bahle d’r Bockel ronner!
Donnerwittche noch ehmool, haal bahle dei Maul!
Himmel, Oarsch ean Zwearn, d’r Schinner soll daich honn!
Himmel, Oarsch ean Wolkebruch, bäest du da ganz vo Seann?!
Aich gleewe, daich hott de welle Watz gebäesse!
Aich gleewe, aich muss dir ehmool die Levitte läese!
Bass off, dess aich dir net fier die Schinnbee träere!
Bass off, dess aich dir net hinner die Leffel schloa!
Bass off, dess aich net die Gedold verlier!
Bass off, des aich dir net de Kimmel reiwe!
Häe säid aus, als härre die Hinner ihm’s Brud gefräisse!
Häe äes domm geborn ean hott eam Läewe naut dozu gelernt!
Häe äes so domm, dä kann net bes „drei“ zähn!
Häe benimmt säich wie en Aff off`m Schläifstee.
Häe macht e Brutsch wie drei Doache Rahwäerrer.
Häe stitt doo wie en Ochs fier’m Schäierndoor!
Häe dutt säich offbloase wie en Gickel off’m Mäest!
Häe gitt dorim wie e Katz im de heese Brei.
Häe äes ganz schie aus’m Häis’che geroore!
Häs (Frau, Mädchen) dutt’m Herrgott nur de Doag stäehn!
Med so em Dalles winn aich naut mieh ze duh hunn!
Du gleebst wohl, du hässd de Weesheet med Leffel gefräesse!
Däich hott wohl de Äesel em Galopp verlurn?!
Med demm hunn aich noch e Hähche ze robbe!
Bei demm äes naut dehinner ean naut defier!
Seeh daich fier, med mir äes haure net ze spasse!
Vo demm nimmt kenn Hond mieh e Steck Brud!
Wann’s dem Äesel so wohl äes, gett hä off’s Eis!

Zum guten Schluss dieses Teils möchte ich noch zwei aktuelle Anmerkungen eines lieben Mitbürgers anfügen, die schon zum nächsten Teil überleiten:

„Die Schäppe sei all net strack!“
„Wann mer eschde mol hie off’m Kirchhob lait – doss merk d’r mol, mein Jong – doss äes fier de Körwer e gewaltiche Imstellung!”

So, das war Teil 2. Demnächst folgt Teil 3: „Redensarten und Sprüche auf Bürgelner Platt.

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